Play Fair 2008

Die Sommerspiele in Peking könnten die profitabelsten seit Beginn der Olympischen Spiele werden. Ebenso erwarten sich Sportbekleidungshersteller durch die Euro 2008 massive Gewinne. Keine Gewinne haben die ArbeiterInnen zu erwarten.

Für Sportschuhe, die in Österreich 100 Euro kosten, bekommen die ArbeiterInnen gerade einmal 40 Cent. Eine Näherin, die Rucksäcke mit dem Olympischen Logo „Beijing 2008“ fertigt, verdient rund 2,4 Euro pro Tag. Wenn ArbeiterInnen Verbesserungen einfordern und sich organisieren, droht in vielen Fällen die Entlassung.

Play Fair 2008 fordert die Unternehmen der Sportbekleidungsindustrie und Sportinstitutionen wie das Internationale Olympische Komitee auf, deutliche Schritte für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in ihren Zulieferbetrieben zu setzen.

Die internationale Kampagne Play Fair 2008 ist ein weltweiter Zusammenschluss von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen. In Österreich wird Play Fair von Clean Clothes Kampagne, Volkshilfe und ÖGB getragen.

Athen 2004
Ein großer Erfolg konnte bereits 2004 durch die Zusammenarbeit der Clean Clothes Kampagne mit dem internationalen Gewerkschaftsnetzwerk Global Unions und der Hilfsorganisation Oxfam International erzielt werden. Mittels der Kampagne "Play Fair at the Olympics" - Respect Workers Rights in the Sportswear Industry!" wurde von sieben Markenunternehmen mehr Fairness bei der Produktion der Sportartikel für die Olympischen Spiele eingefordert. Konkret richtete sich die Kampagne an Puma, Asics, Fila, Mizuno, Lotto, Umbro und Kappa. Da die Forderungen weltweit von mehr als einer halben Million Menschen unterstützt wurden, konnte der Protest von den Unternehmen nicht ignoriert werden. Alle sieben Unternehmen nahmen Verhandlungen mit der Kampagne auf und drei der Unternehmen (Puma, Asics und Umbro) traten daraufhin in die Fair Labor Association (FLA), eine unabhängige Überprüfungsorganisation, ein.

Verantwortung von Produzenten und Organisatoren sportlicher Großevents
Die Olympischen Spiele sind sowohl eine symbolische als auch eine praktische Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass diese Spiele den in der Olympischen Charta niedergelegten Idealen gerecht werden müssen. Ebenso darf im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2008 die Fairness nicht bei der Seitenlinie des Spielfelds aufhören. Die Menschen, die sich an den Wettkämpfen erfreuen, sollen sicher sein können, dass die Andenken und Kleidungsstücke, die sie erwerben, in Fabriken hergestellt wurden, in denen die Menschenwürde und die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter respektiert werden. Sportinstitutionen wie das Internationale Olympische Komitee, die durch Sponsoren- und Lizenzverträge großen Einfluss haben, und alle Unternehmen, die Sportbekleidung und -schuhe sowie andere Sportartikel herstellen und vermarkten, sollten deutlich mehr Verantwortung für die Arbeitsbedingungen der Branche zeigen, als sie dies derzeit tun.

Forderungen von Play Fair 2008

Wir brauchen ihre Stimme
Fordern Sie Play Fair für die ArbeiterInnen weltweit! Erinnern Sie die Sportbekleidungshersteller und die Organisatoren von sportlichen Großevents an ihre Verantwortung gegenüber den ArbeiterInnen, die die Sportbekleidung und Merchandising-Artikel herstellen. 2004 konnten weltweit über eine halbe Million Unterschriften für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen gesammelt werden. Dieser Rekord soll dieses Jahr gebrochen werden, damit die Stimmen der besorgten KonsumentInnen nicht überhört werden können.

Weitere Infos zu Play Fair 2008 unter http://www.playfair2008.org