Catch the Flame erreicht IOC

Play Fair Kampagne übergibt Liste der elektronischen FackelträgerInnen für faire Arbeitsbedingungen dem Internationale Olympischen Komitee (IOC), von möglichen Änderungen spricht das IOC erst ab 2016; eine Schande für die olympische Bewegung!

VertreterInnen der Play Fair 2008 Kampagne überreichten in Lausanne Tony Burgener und Britta Warner vom Kommunikationsdepartement des IOC die über 12.000 Namen umfassende Liste der UnterstützerInnen der Aktion „Catch the Flame“. Menschen aus 99 Nationen haben sich für faire Arbeitsbedingungen in der Sportartikelindustrie ausgesprochen, und sich als elektronische FackelträgerIn für faire Arbeitsbedingungen registriert. Die alternative Flamme durchquerte Österreich von 1. bis 6. April. Ein Fünftel aller Unterschriften wurden hierzulande gesammelt.

Die Sommerspiele in Peking könnten die gewinnbringendsten seit Beginn der Olympischen Spiele werden und vor allem durch Sponsoren- und Lizenzverträge das Plus von 224 Millionen US-Dollar übertreffen, das bei den Spielen 1984 in Los Angeles erzielt wurde. Weltweit müssen sich aber hunderttausende ArbeiterInnen in der Sportbekleidungsindustrie mit Hungerlöhnen und unmenschlichen Arbeitsbedingungen zufrieden geben. Trotz jahrelanger Kritik von NGOs und Gewerkschaften weltweit hat es das IOC bisher verabsäumt, klare Kriterien für faire Arbeitsbedingungen in die Ausschreibungen für Sponsoren- und Lizenzverträge einfließen zu lassen. Informationen von Play Fair zufolge will das IOC bei der Auswahl der Olympia-Stadt für die Spiele im Jahr 2016 (!) u.a. auch auf ethische Fragen im Zusammenhang mit den Lieferketten eingehen, aber dazu liegen bisher keine Einzelheiten vor.

„Die Unterstützung von den TeilnehmerInnen der „Catch the Flame"-Aktion macht deutlich, dass die Menschen überall auf der Welt – von Afghanistan bis nach Simbabwe – davon überzeugt sind, dass das IOC hier unverzüglich Maßnahmen ergreifen muss", erklärte Neil Kearney, der Generalsekretär der Internationalen Textil-, Bekleidungs- und LederarbeiterInnen-Vereinigung. "Wie andere Markenfirmen auch, muss das IOC die Verantwortung für seine Lieferketten übernehmen. Andernfalls werden die fünf Ringe zu einem Symbol für die Unterdrückung der grundlegenden Arbeitsrechte."

Weiterer Druck auf das IOC und die Sportartikelhersteller ist nötig, um Verbesserungen für die ArbeiterInnen in den Zulieferbetrieben zu erreichen! Beteiligen Sie sich an der Play Fair-Petition. Sprechen Sie sich mit Ihrer Unterschrift für bessere Arbeitsbedingungen in der Sportbekleidungsindustrie aus.
Unterzeichnen Sie gleich online: Play Fair-Petition
Bis Ende Juli werden Unterschriften gesammelt und dann den Sportartikelherstellern übergeben.


Weitere Infos zu Play Fair 2008