Riesenfackel wirft Schatten auf die Sportbekleidungsindustrie!

Play Fair 2008 macht auf die unbeachtete Ausbeutung von ArbeiterInnen aufmerksam

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Wien, 12.06.08. Während Unternehmen und Organisatoren aufgrund viel versprechender Prognosen und satter Gewinnchancen schon den Olympischen Spielen 2008 in Peking entgegenfiebern, haben die ArbeiterInnen in der Sportbekleidungsindustrie kaum eine Chance, an den Spielen teilzuhaben. Allein um sich eine Eintrittskarte zum Eröffnungsevent kaufen zu können, müsste ein Arbeiter, der Sportschuhe in China fertigt, vier Monate arbeiten. Neben der unzureichenden Entlohnung sind die Unterdrückung bzw. Verhinderung von gewerkschaftlichen Tätigkeiten und zunehmende prekäre Beschäftigungsverhältnisse Charakteristika der Sportbekleidungsindustrie.

Die Kampagne Play Fair 2008, die in Österreich von Clean Clothes Kampagne, ÖGB und Volkshilfe getragen wird, stellt die unbeachtete Ausbeutung der ArbeiterInnen in der Sportbekleidungsindustrie in den Mittelpunkt und sammelte auf einer vier Meter langen Fackel Unterschriften für faire Arbeitsbedingungen auf der Mariahilfer Straße im 6. Wiener Gemeindebezirk.

Die Olympischen Spiele 2008 könnten die gewinnbringendsten aller Zeiten werden. Allein die Vermarktung bringt dem Olympischen Organisationskomitee in Peking rund 1 Milliarde USD Gewinn ein. Die führenden Sportartikelhersteller wenden Unsummen von Geld auf, damit die erwarteten 40 Milliarden Fernsehzuschauer ihre Logos zu sehen bekommen. Adidas zahlte Schätzungen zufolge zwischen 80 und 100 Millionen USD, um offizieller Sponsor der Olympischen Spiele zu werden. Auf Investitionen für menschenwürdige Produktionsbedingungen wird verzichtet. Eine Näherin in China verdient durchschnittlich 70 Euro im Monat, sie würde aber einen doppelt so hohen Lohn brauchen, um ein angemessenes Leben führen zu können.

Nicht besser geht es den ArbeiterInnen, die die Merchandising-Artikel für die Olympischen Spiele fertigten. So erzählte ein Arbeiter einer chinesischen Fabrik, die Taschen mit dem Logo der Olympischen Spiele herstellte: „Wir sind total erschöpft, weil wir die ‚Olympia-Taschen’ zeitgerecht liefern müssen! Jeder von uns arbeitet bis spät in die Nacht. Und am nächsten Tag sind wir um 7:30 wieder an unserem Arbeitsplatz! Was ist denn das für ein Leben?“

"Der Illusion, dass Olympia ausschließlich ein fairer sportlicher Wettkampf sei, darf man sich nicht hingeben. Veranstaltende Länder nutzen dieses weltweit größte Sportereignis, um sich in positivem Licht zu präsentieren und die Konzerne, um ihre Marktpositionen auszubauen und tüchtig Geld zu verdienen. Dass dies leider sehr oft auf dem Rücken der Arbeiterinnen und Arbeiter geschieht, ist eine Riesenschande", so Volkshilfe Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger.

„Wir fordern von den Sportbekleidungsunternehmen und dem Internationalen Olympischen Komitee faire Spiele – nicht nur am Spielfeld sondern auch am Arbeitsplatz!“ sagt Monika Kemperle, Leitende Sekretärin im ÖGB.

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Fackel by Mike www.wollis.at


Play Fair 2008 ist eine internationale Kampagne von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen für faire Arbeitsbedingungen in der Sportbekleidungsindustrie. In Österreich wird Play Fair 2008 von Clean Clothes Kampagne, ÖGB und Volkshilfe getragen und von der Europäischen Gemeinschaft und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert.


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