Haftbefehl gegen Triumph-Arbeiterinnen in Thailand

[Thailand 2009] Friedliche Demonstrationen gegen die Massenkündigung von über 2000 Triumph-ArbeiterInnen hat die thailändische Polizei mit Haftbefehlen beantwortet. Der Premierminister Abhisit Vejjajiva muss jetzt aktiv werden, die drei Gewerkschafterinnen vor der ungerechtfertigten Festnahme zu bewahren!

Am 28. August hat die Polizei im Bezirk Dusit in Bangkok einen Hafbefehl gegen Jitra Kotchadej, Sunthorn Boonyod und Bunrawd Saiwong erlassen. Der Grund: Sie haben friedlich gegen die Kündigung von über 2000 ArbeiterInnen bei Body Fashion Thailand, einem Tochterunternehmen von Triumph International, demonstriert. Hunderte ArbeiterInnen hatten sich vor dem Parlament eingefunden, um dem thailändischen Premierminister Abhisit Vejjajiva eine Petition zu überreichen. Doch Vejjajiva weigerte sich, die GewerkschafterInnen zu treffen, sattdessen wurden die ArbeiterInnen von der Polizei mit Schallkanonen empfangen. Diese umstrittene Militärwaffe gibt eine hohe Konzentration von Schallwellen ab, die vorübergehende Stummheit, verschwommene Sicht und bleibende Taubheit verursachen können. Menschenrechtsorganisationen sehen in der nicht-tödlichen Waffe eine politische Methode, die Bürgerrechte massiv einzuschränken.

Schreiben Sie ein Protest-Mail an den thailändischen Premierminister Abhisit Vejjajiva: Rede- und Versammlungsfreiheit sind keine Straftaten! Friedlich demonstrierende Gewerkschafterinnen dürfen nicht verhaftet werden!

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Gesetz für Innere Sicherheit missbraucht
Bunrawd Saiwong (33), Sekretärin der Triumph International Thailand Labour Union (TITLU), Jitra Kotchadej (34), unabhängige Beraterin der TITLU und Sunthorn Boonyod (50), Leiterin des Labour Congress Centre der Gewerkschaften Thailands, werden beschuldigt gegen das Gesetz für die Innere Sicherheit verstoßen zu haben, das Ansammlungen von mehr als 10 Menschen im Bezirk Dusit in Bangkok verbietet. Es steht Autoritäten breite Macht zu, „Verdächtige“ festzunehmen, ähnlich wie bei der Verordnung eines natinalen Ausnahmezustands. Nun wird das Gesetz missbraucht, um friedliche Versammlungen und Redefreiheit in Bezug auf Arbeitsrechtsverletzungen des europäischen multinationalen Konzerns Triumph International zu unterdrücken.

Die Demonstration vor dem thailändischen Parlament war nur eine der vielen Protestaktionen, die die Triumph Gewerkschaft organisiert hat, gegen die Kündigung der halben Belegschaft von Body Fashion Thailand, Tochterfirma von Triumph International. Bereits seit 2008 hat die Gewerkschaft mit anti-gewerkschaftlichem Vorgehen der Betriebsführung zu kämpfen. Sie befürchtet, dass die Entlassungen nur ein weiterer Baustein in der systematischen Zerstörung von gewerkschaftlich organisierten Betrieben ist. Diese Befürchtung wird durch den gleichzeitigen Ausbau von nicht gewerkschaftlich organisierten Fabriken in Thailand bestätigt.
Außerdem hat Triumph gegen die ILO-Konvention 158 und die OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen verstoßen: Unternehmen müssen geplante Sparmaßnahmen mit den Gewerkschaften entwicklen und verhandeln sowie Informationen bereit stellen, die den Geschäftsplan hinter der Maßnahme erklären. Den ganzen August hindurch hat die Betriebsleitung jedoch Treffen mit den Gewerkschaften abgesagt.

Schreiben Sie ein Protestmail an den thailändischen Premierminister Abhisit Vejjajiva: Rede- und Versammlungsfreiheit sind keine Straftaten! Friedlich demonstrierende Gewerkschafterinnen dürfen nicht verhaftet werden!

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