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[Indien 2010] Gewerkschaftsführer zusammengeschlagen und entführt

Am 25. August um halb zehn Uhr morgen wurden 60 ArbeiterInnen auf dem Fabrikgelände von einer Schlägertruppe mit Hockeyschlägern und Schlagstöcken attackiert. Dabei wurde der Gewerkschaftsführer Anwar Ansari verschleppt und sechzehn Frauen schwer verletzt.
Einer der Angreifer konnte identifiziert werden – er ist Angestellter von Viva Global und zuständig für die Anwerbung und Einstellung neuer ArbeiterInnen. Anwar Ansari  wurde nach vierzehn Stunden schwer verletzt wieder entlassen.


Urgent Action: unsere Solidarität ist wichtig! Hier & Jetzt!
Fordern wir gemeinsam das Ende der Gewalt und Einschüchterungen bei Viva Global und die Wiedereinstellung der unrechtmäßig entlassenen ArbeiterInnen!



Monatelanger Kampf gegen Ausbeutung

Der organisierte Überfall folgt einer monatelangen Kampagne von ArbeiterInnen für eine Verbesserung der vorherrschenden Arbeitsbedingungen bei Viva Global. ArbeiterInnen beschweren sich über gezielte und unrechtmäßige Entlassungen, exzessive und unfreiwillige Überstunden, Gehälter unter dem gesetzlichen Mindestlohn, physische und psychische Gewalt am Arbeitsplatz und Unregelmäßigkeiten bei den verpflichtenden Zahlungen der Sozialversicherung seitens des Unternehmens.

Gebrochene Vereinbarung

In den Wochen vor dem Überfall wurden den in der Fabrik beschäftigten Gewerkschaftsmitgliedern vermehrt mit Entlassung und Gewalt gedroht. Am 23. August verwehrte das Management von Viva Global rund 45 ArbeiterInnen den Zutritt zum Fabriksgelände und drohte Gewerkschaftsführern mit dem Tod sollten diese ihre Kampagne weiterführen.

Am gleichen Tag fand ein Treffen zwischen VertreterInnen des Viva Global Managements, des Arbeitsinspektorats sowie der Gewerkschaft GAWU (Garment and Allied Workers Union) statt. Es wurde eine Vereinbarung getroffen, die unter anderem beinhaltet, dass alle unrechtmäßig entlassenen ArbeiterInnen wieder eingestellt werden und die Gewaltandrohungen gegen ArbeiterInnen sofort gestoppt werden.

Nach dem anschließenden gewalttätigen Zwischenfall am 25. August und der Entführung von Anwar Ansari demonstrierten eine große Anzahl von ArbeiterInnen vor dem Fabriksgelände von Viva Global und Anannya Bhattacharjee, Präsidentin der Gewerkschaft GAWU trat in einen Hungerstreik. Nach der Freilassung von Anwar Ansari wurde der Hungerstreik beendet.

Andauernder Protest & Klage

Seit dem Zwischenfall am 25. August protestieren ArbeiterInnen Tag und Nacht vor dem Fabrikgelände für ihre Rechte. Nachdem sich das Management bis zum heutigen Tage nicht einsichtig zeigt und die örtliche Polizei Anwar Ansari, der weiterhin mit Drohungen konfrontriert ist, keinen ausreichenden Schutz garantieren kann, reichte die Gewerkschaft GAWU am 21. September einen offiziellen Antrag auf staatlichen Schutz für ihn beim indischen Gericht ein.


Urgent Action: unsere Solidarität ist wichtig! Hier & Jetzt!
Fordern wir gemeinsam das Ende der Gewalt und Einschüchterungen bei Viva Global und die Wiedereinstellung der unrechtmäßig entlassenen ArbeiterInnen!



Marks & Spencer entzieht sich der Verantwortung

Am 5. September verkündete Marks & Spencer, das renommierte britische Einzelhandelsunternehmen sämtliche Aufträge von Viva Global abzuziehen. Das bedeutet, dass sich die ohnehin schon prekäre Situation der ArbeiterInnen noch weiter verschlimmert. Statt sich mit den ArbeiterInnen zu solidarisieren, geht das Unternehmen den Weg des geringsten Widerstands. Als offizielle Begründung für ihren Abzug gibt das Unternehmen rein wirtschaftliche Gründe an.

Forderungen von den ArbeiterInnen an das Management von Viva Global
•    Die unverzügliche Verhaftung jener, die für die Entführung von Anwar Ansari verantwortlich sind
•    Den sofortigen Stopp der Zusammenarbeit mit Gangstern die Gewalt gegen ArbeiterInnen ausüben
•    Wiedereinstellung aller unrechtmäßig entlassenen ArbeiterInnen in den gleichen Positionen und mit dem gleichen Gehalt wie vor ihrer Entlassung
•    Beginn von Verhandlungen zwischen Vertretern von Marks & Spencer, Viva Global und der Gewerkschaft GAWU über die Versammlungsfreiheit, Löhne sowie Arbeitsbedingungen
•    Sicherstellung, dass ArbeiterInnen einer Gewerkschaft beiträten können ohne Repressalien fürchten zu müssen
•    Den sofortigen Stopp der Produktionsauslagerung zu Unternehmen ohne gewerkschaftlich organisierten ArbeiterInnen


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